Stuttgart zählt beim Heizen zu den teuersten Regionen in ganz Deutschland.

Marktvon Nenad Miljevic, Rechtsanwalt (Syndikusrechtsanwalt)

Für das Postleitzahlgebiet 70 weist der Techem Atlas 2026 Raumheizkosten von 13 bis 16 Euro je Quadratmeter Wohnfläche aus, die höchste Kostenklasse auf der Deutschlandkarte. Bundesweit reicht die Spanne von 9,66 bis 15,03 Euro. Die umliegenden Regionen mit Esslingen, Nürtingen und Kirchheim liegen im Mittelfeld.

Gas bleibt, und es wird teurer

Mehrfamilienhäuser in Deutschland heizen weiterhin überwiegend mit Gas. Der Anteil liegt seit 2015 nahezu unverändert bei rund 57 Prozent der Wohnfläche, insgesamt werden knapp 89 Prozent fossil beheizt. Gleichzeitig ist Gas seit 2021 um fast 90 Prozent teurer geworden. Die Raumheizkosten in gasbeheizten Mehrfamilienhäusern stiegen von 9,67 auf 13,92 Euro je Quadratmeter, je Wohnung von 650 auf 936 Euro im Jahr. Teurer war nur die Fernwärme.

Raumheizkosten nach Energieträger, 2021 und 2025

Mehrfamilienhäuser in Deutschland, Euro je Quadratmeter Wohnfläche und Jahr

Werte als Tabelle
Energieträger2021 (€/m²)2025 (€/m²)Veränderung
Fernwärme11,6316,02+38 %
Erdgas9,6713,92+44 %
Heizöl9,4612,97+37 %
Holz7,909,36+18 %
Strom (Wärmepumpe)8,628,80+2 %
Quelle: Techem Atlas 2026, Abbildung 21; Anlagen nur mit Raumheizung. Wärmepumpen sind im ausgewerteten Bestand überwiegend in sehr gut gedämmten Gebäuden eingebaut, was ihre niedrigen Kosten mit erklärt. Eigene Darstellung.

Woran die hohen Kosten in Stuttgart im Einzelnen liegen, weist die Studie nicht aus. Sie hängen vom Energieträger, vom Zustand der Gebäude und von den örtlichen Preisen ab.

Die Stadt hat einen Wärmeplan. Ihr Haus auch?

Stuttgart hat seinen kommunalen Wärmeplan im Dezember 2023 beschlossen. Er zeigt, in welchen Gebieten Wärmenetze entstehen sollen und wo Gebäude weiterhin eine eigene Heizung brauchen. Auch viele Städte im Umland haben inzwischen einen Wärmeplan.

Seit Juli 2026 folgt aus dem kommunalen Wärmeplan keine Pflicht mehr für die Wahl der Heizung. Die Entscheidung liegt damit vollständig beim Eigentümer oder bei der Gemeinschaft, und mit ihr die Verantwortung, rechtzeitig zu planen.

Was der kommunale Wärmeplan nicht leistet: Er sagt nichts darüber, was für ein bestimmtes Gebäude sinnvoll ist. Dafür braucht es einen Plan für das Haus selbst, mit dem Zustand von Heizung, Gebäudehülle und Leitungen, einer sinnvollen Reihenfolge der Maßnahmen, den Kosten und den Fördermöglichkeiten. Das etablierte Instrument dafür ist der individuelle Sanierungsfahrplan, den ein Energieberater erstellt und der zusätzliche Fördermittel erschließen kann.

Wie JENO vorgeht

Wir gleichen jedes Objekt mit dem kommunalen Wärmeplan ab: Ist ein Wärmenetz geplant, oder bleibt das Gebäude auf eine eigene Heizung angewiesen? Wir erfassen Alter und Zustand der Heizungsanlage und erarbeiten mit einem Energieberater einen Fahrplan für das Gebäude. Über jeden Schritt entscheidet die Eigentümerversammlung; wir bereiten die Beschlüsse vor und setzen sie um.

Der Vorteil für die Eigentümer: Die Kosten der anstehenden Maßnahmen werden vorausschauend berechnet und können über die Erhaltungsrücklage angespart werden. Fördermöglichkeiten werden von Anfang an berücksichtigt. So lassen sich Sonderumlagen möglichst vermeiden, und die nächste Heizung wird eine geplante Entscheidung statt eines Notfalls.

Eine Frage an Sie

Wünschen Sie sich eine Hausverwaltung, die vorausschauend plant? Dann sprechen Sie uns an.

Quellen: Techem Atlas 2026 für Energie, Wärme & Wasser (Auswertung von rund 94.000 Mehrfamilienhäusern mit 1,1 Millionen Wohnungen, Abrechnungsjahr 2025); Landeshauptstadt Stuttgart, Kommunaler Wärmeplan.

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