0,41 Prozent sind der Durchschnitt. Ihre Wohnung ist es nicht.

Marktvon Nenad Miljevic, Rechtsanwalt (Syndikusrechtsanwalt)
Grafik: Prognostizierte reale Kaufpreisentwicklung für Eigentumswohnungen im Bestand pro Jahr bis 2035 — Schleswig-Holstein 0,8 %, Bayern und Berlin gut 0,6 %, Baden-Württemberg knapp 0,6 %, Deutschland insgesamt 0,41 %. Quelle: Postbank Wohnatlas 2026, HWWI.

So stark sollen die Kaufpreise für Eigentumswohnungen im Bestand bis 2035 real steigen, pro Jahr, im Durchschnitt über alle 400 Landkreise und kreisfreien Städte. Berechnet hat das HWWI für den Postbank Wohnatlas 2026.

Daraus wird derzeit gern ein Abgesang auf das Betongold. Das greift zu kurz, aus zwei Gründen:

1. ist der Wert bereits inflationsbereinigt. Wer ihn anschließend noch einmal gegen die aktuelle Inflationsrate stellt, zieht die Inflation zweimal ab. Dazu beschreibt er ausschließlich die Kaufpreise. Mieteinnahmen, Tilgung und Steuereffekte kommen in dieser Zahl nicht vor.

2. sagt ein Bundesdurchschnitt über eine konkrete Wohnung nichts. Die Spanne reicht von deutlich negativen Werten in strukturschwachen Kreisen bis zu 1,9 Prozent real pro Jahr in Leipzig. Baden-Württemberg liegt bei knapp 0,6 Prozent. Fünf Regionen im Stuttgarter Umland gehören bundesweit zu den 51 mit den besten Investitionsbedingungen. Für keine Großstadt über 100.000 Einwohner erwartet das HWWI bis 2035 einen realen Kaufpreisverlust.

Was daraus folgt: Die Lage bestimmt den Korridor. Die Position innerhalb dieses Korridors bestimmt das Objekt, nämlich Sanierungsstand, Höhe der Erhaltungsrücklage, handlungsfähige Gemeinschaft, saubere Verwaltung. Zwei Wohnungen in benachbarten Häusern entwickeln sich unterschiedlich, wenn die eine Gemeinschaft ihre Dachsanierung beschlossen hat und die andere sie seit Jahren vertagt.

Den Rahmen setzt der Markt. Die Entscheidung macht die Eigentümergemeinschaft, die Umsetzung macht JENO.

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